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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 24. Mär 2016, 07:49 
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Ostern steht vor der Türe. Solche Tage wie Karfreitag oder Ostermontag eignen sich in meinen Augen prima, um arbeiten zu gehen. 200% gäbe es, aber die Firma hat nun mal zu.
Morgen hat ohnehin alles zu, und dann den ganzen Tag zuhause gammeln.

Ich bin wuschig. Was kaufe ich noch ein, was ziehe ich Sonntag an, wenn Essen mit Familie und Verwandtschaft ist. Mich Samstag noch durch die Läden zu wuseln, dazu fehlt mir der Nerv.

Morgen mit meinem Freund alleine. Heute Nachmittag muss ich direkt nach der Arbeit zum Borussia-Park, danach noch einkaufen und für morgen kochen. Um einen Braten aufzutischen, dazu fehlt mir der Nerv, also gibt es morgen Erbensuppe mit Würstchen.

Osterfest mit Familie, oder Weihnachten, das gibt immer Stress. Auch hier lässt mich meine Verwandtschaft deutlich spüren, dass man mich nicht ernst nimmt. Mein Patenkind dagegen, die Einserschülerin auf dem Gymnasium, die wird von allen angehimmelt, alle machen ein Wesen um sie und natürlich muss sie auch keinen Finger krumm machen. Während an mir immer die ganze Arbeit hängen bleibt. Und immer gibt es was daran auszusetzen. Mein Braten ist nie gut gelungen, usw. Und immer heißt es "Eveli, hol dies, hol das! Nein, brauchst dich gar nicht erst setzen" Und wehe, ich vergesse was.

Ich hatte dieses Jahr wieder nicht den Mut, über Ostern mal weg zu bleiben. Und außerdem liebe ich mein Patenkind und will es so oft es geht sehen.

Samstag würde ich so gerne in den Ostergottesdienst gehen, der um 21 Uhr anfängt.

Ach mann, ich kriege es immer wieder ab, dass ich so "anders" bin. Immer muss ich mir anhören "guck dir die an, guck dir den an, die machen das, während du..."

Aber ich bemühe mich doch, versuche alles, um ein normales Leben zu führen. Ich falle eben öfter auf die Nase.
Ich bin die Eveli, die nicht richtig im Kopf ist. Die Eveli, die man wie einen Hund behandeln kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 11. Apr 2016, 19:18 
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Es läuft im Job, ich habe also erstmal eine Sorge weniger. Vorbei diese ewig andauernden Probleme. Vorerst. Das ist wichtig. Ein sehr wichtiger Schritt, um psychisch wieder mehr ins Gleichgewicht zu kommen.

Mein Übergewicht wird psychische Ursachen haben. Ob ein Stresshormon ausgeschüttet wurde, ob mein Essverhalten sich unbewusst verändert hat, ob ich mit Essen eine Leere stopfen wollte... irgend was muss es ja sein.

Ich weiß nur, dass, seit ein guter Bekannter von uns vor einem Jahr g*st*rben ist, ich noch mehr beim Essen zugelangt habe. Wenn ich hier alleine saß und zu müde zum rausgehen war. Gut vor einem Jahr habe ich auch körperlich noch schwer gearbeitet, was ich jetzt nicht mehr tu.

Ich hatte vor einem Jahr gerade Nachtschicht. Tagsüber war ich einfach zu müde, um rauszugehen. Mein Weg ging gerade mal bis zum nächsten Supermarkt. Bei guten Büchern stopfte ich mich mit Bratwürsten und Vanillepudding voll. Ich nahm etwas zu, obwohl ich schwer arbeiten musste.

Auch wenn ich längst angefangen habe zu diäten, nehme ich einfach kein Kilo mehr ab. Ich gehe immer mehr auseinander und mittlerweile fühle ich mich so unwohl mit meinem Übergewicht. Ich komme schnell aus der Puste, mir passt keine Hose mehr. Jeden Tag zwinge ich mich zu einem Spaziergang oder Sport. Nun habe ausschließlich Obst und Gemüse auf den Speiseplan gesetzt. Kein Fleisch, keine Schokolade mehr.
Auf Pizza und Pommesmief habe ich schon lange keine Lust mehr. Abends nasche ich rohes Gemüse.

Aber wie kam es überhaupt so weit? Ich war schließlich mal untergewichtig. Was habe ich seitdem anders gemacht. Was habe ich früher gegessen, wieviel war ich früher in Bewegung? Hat mir K*mm*r und Sorgen nicht mal auf den Magen geschlagen, wo ich mich jetzt erstmal mit Essen trösten muss?

Oder habe ich vor etwas *ngst, dass mein Körper sich einen Schutzpanzer zulegt? Ja, das habe ich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 11. Apr 2016, 19:39 
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Wird verwirrend kl*ng*n, was ich jetzt schreibe.

Ich habe vorhin für die ganze Woche vorgekocht, dabei wanderten meine Gedanken ein Jahr zurück und ich muss da einfach mal was loswerden.

Es hat sowohl mit meinem Essverhalten als auch mit meinem „Mauern“ zu tun.

Ich gebe gerne Auskunft, was meine Aktivitäten betrifft. Aber wenn mich jemand ausfragt und immer weiter nachbohrt, dann mache ich halt dicht. Ich mag das einfach nicht. Ich meine einfach, dass es manchmal Dinge gibt, die ich auch für mich behalten darf.
Es sind halt solche Fragen, wie „was hast du gestern gemacht, mit wem, und wo genau?“ Oder „was machst du heute Abend, mit wem und wo genau?“ Und da mache ich gerne mal dicht. Ich muss ja nicht über alles Auskunft geben, oder?
Ich denke dann manchmal, es fehlen jetzt nur noch die Fragen, wann ich zum letzten Mal Stuhlgang hatte oder wie oft ich die Unterhose wechsle.
Ja, manche Leute wollen mir sogar noch erklären, wie ich mich zu waschen habe...

Egal, ich weiß, dass es nur gut gemeint ist, aber ich kann eben nichts dafür, es nervt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 11. Apr 2016, 19:55 
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Nun zum Punkt. Was vor einem Jahr war, und dafür schäme ich mich noch.

Ich habe gelogen und mich so richtig schäbig danach gefühlt. Weil mich wieder diese Fragerei so nervte.

Gerade war unser Bekannter v*rst*rb*n. Und es sollte ein Familien-Essen in dem Restaurant geben, wo ein guter Freund von ihm Besitzer ist. Halb eins sollten wir uns Sonntag bei meiner Oma treffen und von da aus sollte es zum Restaurant nach Holland gehen.
Am Morgen waren mein Freund und ich in der Kirche und der Gottesdienst zog sich diesmal länger hin. So haben wir die Zeit vergessen und wir waren echt spät dran. Ich kramte sofort mein Handy raus und rief an, wir hätten uns verspätet, würden jetzt sofort kommen.

Viel zu spät angekommen, musste ich natürlich ausführlich Rechenschaft ablegen, wo wir so lange waren, bzw, als wir gerade alle im Auto richtung Holland waren. „Wir waren unterwegs!“ antwortete ich knapp „und haben die Zeit vergessen!“. Ich sah wie mein Freund den Rücken anspannte. Und weiterhin bin ich auf Fragen nur ausgewichen.
„Ich glaube dir nicht, Eveli,“ bekam ich zu hören. Ich schwieg und guckte aus dem Fenster und natürlich dachte ich mal wieder nur weiter an das Essen, dass es gleich geben würde. Wiedermal war mir alles egal und ich dachte nur ans Essen.

Später im Restaurant, schämte ich mich allerdings für mein Verhalten. Als ich zu meinem Freund ging, der sich was vom Buffet holte, knurrte der „Was sollte denn diese Aktion, Eveli?“ damit ließ er mich stehen. Ich guckte auf die Schüsseln mit dem Essen und wusste nicht mehr was ich mir nehmen soll. Mir war irgendwie nun der Appetit vergangen. Die Stimmung war angespannt und ich stocherte lustlos in meinem Teller rum.

Später als mein Freund und ich wieder alleine waren und auf dem Weg zu mir nachhause, war dieser stinkig auf mich, redete kaum mit mir und geigte mir zuhause die Meinung.

Ich habe mich ja hinterher auch dafür geschämt, dass ich so gelogen habe. Nur weil ich von dieser Fragerei wieder genervt war.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 11. Apr 2016, 20:04 
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Und wovor ich *ngst habe:

die Silvesternacht in Köln, was in Brüssel passiert ist. Was letztes Jahr im November in Paris passiert ist...
wo ist man denn noch sicher? Wo ist man besonders als Frau noch sicher?

Schließlich war ich in der Silvesternacht in Köln. Warum ich das gemacht habe, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls hatte ich mehr Glück als Verstand.
Plötzlich eskalierte die Stimmung vor dem Hauptbahnhof, schlug um. Ein Polizist hat mich daraus geholt und mich gerettet. Eine Gruppe Leute hat mich auf dem Bahngleis in ihre Mitte genommen und dafür gesorgt, dass ich in den richtigen Zug einsteige.
Wie froh war ich, als ich zuhause war.

Und ein paar Tage später erfuhr ich im Radio und Fernsehen das ganze Ausmaß was in dieser Nacht alles passiert ist...


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 14. Apr 2016, 16:25 
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Bevor ich mich darauf fixiere, wie ich schnell abnehmen kann und was ich noch essen darf muss ich erstmal gucken, warum ich esse, wann ich das Verlangen nach Essen habe. Oder ob es überhaupt am Essen liegt.

Oder an meiner Müdigkeit, dass ich mich einfach weniger bewege.

Ich will es für mich tun, nicht für andere. Weil ich mich unwohl fühle, nicht mehr so beweglich bin. Und ändern wird sich für mich eh nichts, auch wenn ich irgendwann wieder schlank sein sollte.

Die Leute werden eh immer über mich reden. Werden immer was über mich zu lachen haben. Ob es meine schiefen Zähne sind, die andere mit Grimassen nachäffen. Nun mein dicker Hintern...

Ich bin froh über meine Festanstellung. Aber ich habe keine Ahnung was die Chefs über mich wissen. Ob sie vor der Einstellung schon was wussten und es denen egal ist, oder ob die wirklich nichts wissen.
Ich habe seit einigen Tagen das Gefühl, mit meiner Arbeit nicht mehr nachzukommen und auch nicht mehr ins Team integriert zu werden. Ich denke manchmal daran, von selbst hinzuschmeißen. Dass ich nach vorne ins Büro gehe und offen gestehe, ich würde es nicht mehr schaffen.

Ich habe mich halt dafür entschieden alleine zu leben und für mich zu sorgen. Meine Therapeuten haben mir davon abgeraten. Ich würde nie richtig Fuß fassen. Sie wollten mich in der Klinik behalten, anschließend sollte ich noch in eine andere Klinik und danach in ein Betreutes Wohnen.

Ich falle halt öfters auf die Nase, aber wie lange geht das noch gut. Irgendwann kommt der Punkt an dem ich mir eingestehen muss, dass es nicht mehr geht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 22. Apr 2016, 18:00 
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Der Frauenarzt-Termin ist vorbei. Und ich bin nicht schwanger! Das ist das wichtigste. Aber der Besuch an sich war einfach nur Horror! Die Gynäkologin reagierte recht reserviert, als ich sie fragte, ob Hormone dick machen und ob hormonelle Verhütung dick macht und sie zeigte keinerlei Interesse, für mich eine andere Verhütungsmethode rauszusuchen. Welche andere Pille ich nehmen könnte, oder ob es Wassereinlagerungen sein könnten.
Ich denke, wenn ich sie nach einer Sterilisation gefragt hätte, wäre sie ausgeflippt. Bei der Untersuchung erfuhr ich, nicht schwanger!

Danach fuhr ich zum Hausarzt und machte einen Termin aus. Eine freundliche Sprechstundenhilfe hörte sich in Ruhe mein Problem mit der starken Gewichtszunahme an.

Vor dem Frauenarzt-Termin war ich angespannt und hatte ein Beissen im Magen. Ich habe in den letzten Tagen wie verrückt Sport gemacht.
Mir geht zwar die Puste aus, aber ich ignoriere das und trainiere weiter. Zum Essen gibt es nur Salate und Eier. Gut, gestern Abend habe ich mir mal ein paar Butterbrote mit Schmierkäse gegönnt. Heute Morgen habe ich ein winziges Stück Schokolade gegessen, aber es schmeckte mir nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 22. Apr 2016, 18:33 
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Es könnte heute genauso gut ein Freitagnachmittag sein, wie vor 2 oder 3 Jahren. Es vermischt sich. Die Zeit vergeht einfach schnell. Ein Jahr ist nichts.

In meiner Kindheit kam mir ein Jahr lange vor. Auch wie lange meine Geschwister Babys waren und bis sie laufen lernten. Es kam mir ewig vor. Und diese Babys sind nun erwachsene Frauen.
Jetzt verpuffen drei Jahre mal eben so dahin. Weil alles so im gleichen Fluss ist.

Ich würde gerne mein selbstständiges Leben behalten. Ich kann mir nun mal nicht vorstellen, in irgendeinem Heim oder einer Klinik zu leben. Ich meine, ich bin in einer Klinik, aber draußen dreht sich die Welt weiter. Die löst sich ja nicht einfach in Luft auf und ich habe da drin meine Ruhe. Und ich mag es nicht, gegängelt zu werden. Vorgeschrieben zu bekommen, wann es was zu essen gibt, wann Bettruhe ist und noch weniger mag ich es, Medikamente zu bekommen, die mich benebeln. Ich bin damals in der Klinik damit vollgestopft worden und war total daneben. Ich habe sie dann irgendwann einfach wieder ausgespuckt, wenn der Arzt weg war.

Ich weiß gar nicht mehr recht, wie ich damals dahin gekommen war. Aufeinmal war ich halt drin. Und das soll mir nicht nochmal passieren.
Ich war dort drin eingesperrt und dann lernt man das Leben draußen zu schätzen. Sein eigenes Reich zu haben, nach draußen zu gehen, wann man will. Zu essen, was man will und nicht was einem da serviert wird.

Letzten Sommer bin ich noch einmal zu dieser Klinik hingefahren. Sie liegt gut 60 km von hier. Und ich erinnerte mich wieder gut. Und sagte mir selbst „Eveli, reiß dich zusammen, sonst kann es ganz schnell wieder passieren“.

Ich möchte mein Leben einfach mehr schätzen zu wissen.

Oder ich stelle mir vor, ich würde einfach mal zwei Tage lang in einem Zelt leben, an der syrischen Grenze, zusammen mit anderen Flüchtlingen. Dann bin ich danach aber froh, wieder meine Wohnung, mein Bett zu haben. Dann werden andere Probleme zu Nichtigkeiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 26. Apr 2016, 19:06 
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An die ersten Tage in der Klinik erinnere ich mich nur noch verschwommen, wenn überhaupt. Weder wie ich dort hingekommen bin, noch die Tage die vorausgegangen waren. Diese starken Medikamente waren es wohl. Ich habe sicher zwei Tage benommen im Bett gelegen, war wie Blei. Ich musste die Tabletten unter Aufsicht des Arztes schlucken. Ich habe sie irgendwann im Mund versteckt und dann ins Klo gespuckt.

Mitten in der Nacht hat meine Zimmernachbarin ins Bett gemacht und rumgeweint wie ein Baby, eine andere Frau wuselte um sie herum. Und einmal rannte nachts eine Frau schreiend durch die Flure der Klinik. Ich weiß bis heute nicht, ob ich das nur geträumt habe oder ob es wirklich war.
Einmal träumte ich von meinem Patenkind, das gerade 2 Jahre alt war. Sie stand neben meinem Bett. Als ich nach ihr greifen und sie hochheben wollte, verschwand sie wieder wie ein Nebel.

Ich habe lange um meine Selbstständigkeit gekämpft. Und ich muss noch einiges tun, um einigermaßen normal leben zu können. Damit es nicht wieder soweit kommt.

Ich denke wieder an die langen und sterilen Flure der Klinik. An Menschen, die benommen herumsaßen und durch mich durch guckten. An gereizte und überarbeitete Krankenschwestern. Und da waren zwei Pfleger, die wirklich in Ordnung waren.

Wenn ich daran denke, weiß ich mein Zuhause, mein jetziges Leben mehr zu schätzen. Und ich möchte alles tun, um es zu erhalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 26. Apr 2016, 19:39 
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!Achtung Trigger!

Immer wieder ist Köln und die Silvesternacht das Thema. Die Br*t*l*t*t der Männer, und wie sich die Frauen gefühlt haben müssten, die Pech hatten. Ich kriege da Gänsehaut. Und womit hatte ich es verdient, soviel Glück zu haben und heil nach Hause zu kommen?

Vor paar Tagen träumte ich, ich sei auf dem Kölner Hauptbahnhof eingesperrt gewesen und nicht rausgekommen. Polizisten hätten das Gebäude abgeriegelt und niemand kam mehr rein oder raus. Sie rannten b*w*ffn*t herum und schubsten jeden, der im Weg stand. Züge fuhren auch keine.

Wie soll ich mein Anliegen beschreiben? Dass es nicht richtig ist, immer nur auf die b*sen Männer zu schimpfen und dabei zu übersehen, dass Frauen mindestens so br*t*l und g*w*ltb*r**t sein können.
Ich habe es am eigenen Leib erfahren, auch wenn es schon sehr lange her ist. Und dazu kommen noch verbale Äußerungen.
Ich war 16 als ich das erlebte. Es war in der Berufsschulklasse. Sie waren alle mindestens 2 Jahre älter als ich. An einem Freitagvormittag rotteten sie sich aufeinmal zusammen und drängten mich in eine Ecke und betatschten mich. Ich holte aus und schl*g kräftig zurück. An diesem Vormittag geschahen noch andere fiese Dinge, die ich vielleicht später nochmal schreibe.

Ich war angreifbar, weil nicht gut drauf? Mein Freund erwog es nämlich damals, ins Ausland zu gehen. Ich erfuhr von seinem Kollegen davon.

Aber wäre all das mit diesem Frauen und das mit meinem Freund nicht passiert... wäre ich weiter in dieser Klasse geblieben und beruflich nicht voran gekommen. Aber durch diesen Anlass angestachelt, machte ich mich auf den Weg, um jobmäßig was zu tun.

Nachdem folgende Woche der Montag und der Dienstag noch schlimmer wurden, rannte ich aus der Schule und direkt zum Arbeitsamt... und das war die beste Entscheidung. Der Sachbearbeiter veranlasste sofort, dass ich keinen Fuß mehr in diese Klasse setzen musste und meldete mich bei einem Projekt an. Praktikum und Arbeitssuche eben. Und so hatte es angefangen, dass ich endlich mein Leben in die Hand nahm, auf die Füße kam und mir was aufbauen konnte.

Es war bis heute ein steiniger Weg. Ich bin immer wieder gestolpert, und ja, ich war in der Klinik. Auch heute ist es noch nicht einfach. Aber vielleicht schaffe ich es jetzt. Aber es gibt noch viel zu tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 11. Mai 2016, 19:05 
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Diät macht schlechte Laune. An all diese verbotenen und leckeren Lebensmittel zu denken, die ich nicht mehr essen darf. Anfangs ist es schön, Grünzeug zu futtern und es erfrischt, bis man es nicht mehr sehen kann. Rohkost mit fettarmer Soße usw. Im Supermarkt genau auf die Nährwertangaben der Waren achten. Die Auswahl schränkt sich doch sehr ein, wenn man abnehmen muss.

Ich treibe nun viel Sport, das macht Spaß. Weil ich gerne Sport mache. Und es hat sich ausgezahlt. Ich habe mir Hosen aus dem Schrank genommen, die mir viel zu eng geworden waren. Ich habe sie aus der hintersten Ecke geholt, allen Mut zusammen gefasst und sie angezogen. Und sie passten! Ich schlüpfte einfach so hinein. Noch vor einem Monat ging nicht einmal mehr der Unterschenkel hinein.

Aber was heißt auch „verbotene Lebensmittel“, die ich so vermisse? Ist es der Burger mit Kartoffelecken wirklich wert, ihm nachzutrauern? Oder die obligatorische Bratwurst im Stadion. Oder das leckere Pfefferminz-Eis. Alles stopft nur und macht träge. Sind diese Sachen wirklich so lecker? Oder ist da frisches Obst nicht doch besser?
Ich habe letzten Sonntag im Stadion zu einer List gegriffen: ich habe einfach kein Geld mitgenommen. Gerade mal so viel dass es für die Eintrittskarte und ein Getränk reichte.

Aber ich bin oft in mich gekehrt, wenn die Gedanken ums Essen kreisen. Ich wieder Hunger bzw. Appetit auf etwas habe und hin und her überlege, ob ich das heute noch essen darf.

Früher hatte ich diese Probleme ja noch nicht. Ich war so mager, dass ich wirklich essen konnte, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Aber ob nun schlechte Lebensmittel hin oder her - so schnell und in kurzer Zeit nimmt einfach kein Mensch zu! So als wenn ich Hefe pur essen würde. Seit knapp einem Jahr gehe ich einfach so auseinander.
Ich habe immer gerne gegessen. Aber was habe ich früher nur anders gemacht? Ich weiß es einfach nicht mehr genau, weil ich mir eben damals keine Gedanken machen musste.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 11. Mai 2016, 19:23 
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Liegt es an meinem Essverhalten, oder was ich gegessen habe? Ist es psychisch? Ich zerbreche mir den Kopf, was ich früher anders gemacht habe...

Früher hat mir Ärger auf den Magen geschlagen, Stress ebenso. Und ich war auch mehr unterwegs als jetzt, hatte eben nicht so die Zeit um ans Essen zu denken. Und ich habe früher auch nicht so gut verdient, um nach Herzenslust durch die Supermärkte zu gehen und einzukaufen, was ich will. Gut, damit komme ich der Sache schon mal näher.

Die andere Sache ist so ein seltsames „Loch“ im Bauch. Ein diffuses Gefühl der Leere, so ungefähr da wo der Magen sitzt. Wenn ich das wieder so verspüre, sei es, ob ich Probleme habe oder mich eben leer fühle, verlangt es, mit Essen gefüttert zu werden. Denn es fühlt sich eben ungefähr so an, als hätte ich wieder Hunger.
Ich freue mich dann so unbändig auf die nächste Mahlzeit (besonders Burger liebe ich). Aber habe ich diese Mahlzeit hinter mir, bin ich nur vollgestopft und das Gefühl ist immer noch da. Auch Probleme haben sich immer noch nicht gelöst. Und kurze Zeit später knurrt der Magen wieder! Wie kann ich dieses Loch verschwinden lassen?

Es ist nach wie vor noch da. Deshalb treibe ich einfach mehr Sport, um mich abzulenken. Und stopfe mich mit Obst und Gemüse voll.

Gestern hatte ich Sehnsucht nach meinem Lieblingsasiaten. Aber das Restaurant ist nun mal in Düsseldorf. Ich fuhr hin, mit dem Fahrrad! Anschließend kaufte ich noch asiatische Lebensmittel ein, die ich hier nirgends kaufen kann. Als ich wieder Zuhause war, war es fast 22 Uhr. Vorgestern habe ich eine ähnlich weite Strecke zurückgelegt.
Heute war ich so müde, dass ich sogar mein Mittagessen stehen ließ.
Aber heute ist Pause mit Sport. Der ungewaschene Wäscheberg musste schließlich mal weg.
Und heute mache ich mal was, was ich lange nicht mehr gemacht habe: ein Abend auf dem Sofa.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 11. Mai 2016, 19:51 
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Woher dieses Loch kommt, weiß ich auch genau. Aber wie kriege ich das wieder weg?

Ich brauche eine Beschäftigung, etwas was mich erfüllt. Ich kam vorgestern am Sportplatz vorbei, wo ich lange Fußball gespielt habe. Augenblicklich kribbelte es mir wieder in den Füßen und ich würde sehr gerne wieder spielen. Aber es ist hart. Auch wenn es nicht so aussieht. Es wird viel verlangt und es ist Druck. Und mir lag es einfach nicht. Ich habe wirklich hart trainiert, aber es hat nie gereicht, um von der Ersatzbank zu kommen. Es muss einem einfach liegen oder man hat keine Chance.
Es ist Stress. Ich müsste jeden Sonntag früh von meinem Freund losfahren um pünktlich am Sportplatz zu sein.

Gut, also eine andere Sportart. Muss ich dann also mal den Hintern anheben und mich informieren.

Aber mit Fußball. Ich habe noch Interesse daran und wer weiß, hinter her tu ich es dann doch wieder.

Und woran könnte das Loch noch liegen? Probleme, die noch nicht gelöst sind, innere Konflikte? *ngst vor etwas? Langeweile?
Aus Langeweile zu essen, ja das gibt es auch.
Und was ist ein schöner Spaziergang mit dem Freund, ohne irgendwo einzukehren? Ich greife wieder zu einer List und nehme nicht genug Geld mit.

Nun erst recht. Sollen sie mal alle staunen. Immer wieder diese blöden Tips wie Weight watschers und alleine würde ich das nicht schaffen.

Ja, es ist wie ein Alptraum, plötzlich so fett zu sein, innerhalb von so kurzer Zeit. So aufgedunsen, dass ich weitere Kommentare fürchte, wenn jemand mich nach langer Zeit wiedersieht.
Ich habe mir Sorgen gemacht, dass meine Schilddrüse nicht in Ordnung sein könnte. Denn dann könnte ich machen was ich will und würde kein Gramm verlieren. Aber es geht ja doch!


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 12. Mai 2016, 16:47 
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Heute geht es sich um Grenzüberschreitungen. Das Thema das ich schon mal hatte mit „Fragerei“.

Wenn ich mich mit jemanden unterhalte und diese Person etwas frage, ist sie nicht verpflichtet mir die Frage zu beantworten. Und genauso wenig bin ich dazu verpflichtet. Es steht mir frei, ob ich das tue und was ich preisgebe.

Für die Eltern und für die Großeltern bleibt man immer das Kind. Auch wenn das Kind erwachsen ist. Ist ja auch in Ordnung. Aber irgendwann engt es auch ein. Wenn die Eltern es zu gut meinen, klammern. Wenn ich ständig das Handy angeschaltet lassen muss, sonst ist gleich Holland in Not, wenn ich es mal ausgeschaltet hatte und jemand hat versucht mich anzurufen.
Wenn es wieder klingelt, dann werde ich ständig gefragt, wo ich gerade sei, was ich gerade mache und dann und wann hagelt es Vorwürfe. Dies und das sei doch zu gefährlich.
Gehts noch? Irgendwann ist die Grenze. Ich muss nun wirklich nicht ständig Auskunft geben, was ich wo treibe!
Und dann passiert es eben, dass ich dicht mache und einfach keine Auskunft mehr gebe.

Und diese ewigen Ratschläge, was ich tun soll, und was ich lassen soll. Ich bin erwachsen und habe meine Meinung. Und wenn die falsch ist, dann falle ich eben auf die Nase und muss selber damit klar kommen. Wenn ich etwas falsch mache, muss ich die Konsequenzen tragen.

Ich werde demnächst einfach mal sagen „wenn ich euren Rat brauche, lasse ich es euch wissen.“

Und dann diese ewige Kritik, was ich alles falsch mache, dass ich zu dick bin usw. Ständig wird auf diesen Themen herumgeritten. Nochmal und immer wieder. Man sieht offenbar nur, was ich NICHT geschafft habe.

Kann mich jemand verstehen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückblick und Gegenwart
BeitragVerfasst: 13. Mai 2016, 15:18 
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Ich merke jetzt, da ich diäte, wie wichtig mir das Essen gewesen war. Das große Loch im Bauch, das sich tatsächlich wie realer Hunger angefühlt hat. Nun, das Loch ging ja nicht vom Essen weg. Es ging wohl nur um diese Vorfreude, das mich von meinen Problemen abgelenkt hat.

Ich bin zu wenig draußen gewesen und habe mich viel zu sehr mit Kochen und Essen beschäftigt. Nun ändere ich das. Ich habe für jeden Tag einen Stundenplan, was ich tun will, so dass ich keine Zeit zum Essen habe und mich von diesem Loch im Bauch ablenke.
Ich will abnehmen, um jeden Preis. Mich endlich wieder beweglich fühlen.

So wie ich nun auf Spaziergängen mit meinem Freund kein Geld mehr mitnehme, so lasse ich auch weniger Geld in den Supermärkten. Wenn nichts im Haus ist, kann ich das auch nicht essen. Es wird nur noch Grünzeug eingekauft. Und was ich verzehre, wird vorher auf der Küchenwaage abgewogen.

Ich habe gelesen, dass man bei Diät entgiftet. Man wird „giftig“ im wahrsten Sinne des Wortes. Und angeblich kann es passieren, dass die Ausscheidungen ziemlich streng riechen können, so dass man das Bad danach lüften muss, weil die ganzen Giftstoffe ausgeschieden werden.

Wenn ich statt der ganzen Kasteien einfach nur eine Pille schlucken könnte, die das ganze Wasser aus meinem Gewebe ausstößt und das ganze Fett. Dass ich mich einen ganzen Nachmittag aufs Klo setze, pinkle mein Wasser in Strömen aus. Anschließend kacke ich das ganze Fett aus, dass ich als stinkende Brühe einfach wegspülen kann. Und fertig.

Bis heute gibt es solche Wundermedikamente nicht. Ob Fettverbrennungskapseln, oder was sonst so angeboten wird – Finger weg! Es gäbe nicht so viele Dicke, wenn das Zeug wirklich helfen würde.


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